... Erfurt 2009


 

Am Freitag Abend stand eine Führung durch die Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg auf dem Programm. Ursprünglich war der Petersberg vermutlich eine Kultstätte, dann Fliehburg und Königspfalz. Durch den Aufenthalt des heiligen Bonifatius im Jahre 742 entstand eine Benediktineransiedlung. Um 1060 wird ein Kollegialstifft auf dem Petersberg erwähnt.

 
 

Das älteste Bauwerk auf dem Petersberg ist die Peterskirche, mit deren Bau im Jahre 1103 begonnen wurde. 1147 wurde die Kirche als romanische dreischiffige Pfeilerbasilika geweiht und bis zur Säkularisierung 1803 als Klosterkirche des Benediktinerklosters St. Peter und Paul genutzt. 1813 zerstörten Artilleriegeschosse weite Teile der Klosteranbauten und wenig später wurde sie unter den Preußen dauerhaft zu einem Magazin umgebaut. Heutzutage findet die Peterskirche als Kunstausstellungsraum Verwendung. Kaiser Friedrich I. Babarossa hielt hier fünf Reichstage ab; 1181 unterwarf sich Heinrich der Löwe, dem Kaiser Babarossa auf dem Petersberg.

 
 

Die Zitadelle, auch Festung Petersberg genannt, ist eine ursprünglich kurmainzische, später preußische Stadtfestung des 17. bis 19. Jahrhunderts. Sie gilt als eine der größten und besterhaltenen ihrer Art in ganz Europa und wurde 1665 auf Befehl des kurmainzischen Kurfürsten und Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn als Zwingburg gegen die Stadt im neuitalienischen Stil errichtet. Im weiteren Verlauf sollte sie als nördlichste Festung das Kurfürstentum vor Angriffen der protestantischen Mächte schützen. Der Festungskern erstreckt sich über eine Fläche von ca. 12 ha und besitzt einen unregelmäßigen, sternförmigen
Grundriss und setzt sich aus acht Bastionen Martin, Gabriel, Michael, Johann, Franz, Philipp, Leonhard und Kilian, zusammen. Die Mauern besitzen eine Länge von ca. 2 km bei einer Höhe zwischen 8 und 23 m und sind im 4 bis 6,5 m dicken Fußbereich von Konterminen, auch „Horchgänge“ genannt, durchzogen.

 

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