Kloster-Buch am 7. Dezember 2002

Nachmittags gegen 15.00 Uhr trafen sich die Teilnehmer zum „Kloenschnack" (plattdeutsch mit westfälischen Akzent), denn inzwischen waren Regina und Horst Portius aus Klingenthal im Vogtland und Andreas Löser aus Dresden eingetroffen, denn der eigentliche Höhepunkt stand kurz bevor: Herr Gerhard Mattuschka, ein 80jähriger Heimatforscher aus Leisnig mit seinem Lichtbildervortrag über die Stadt Leisnig. Zur Person muss ich nicht viel sagen, Detlef hatte ihn in dieser Runde bereits vorgestellt (Gründungsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins von Leisnig, Mitglied des Kulturbundes Leisnig e. V, Berater des Verein „Be-greifen" beim Kloster Buch, Inhaber des Ehrensbriefs der Stadt Leisnig usw.) Was keiner wusste, in seinem aktiven Arbeitsleben war er Direktor bei der Sozialkasse des Kreises Döbeln und später hat er dann in Leipzig die EDV-Abteilung der Sozialversicherung (Renten- und Krankenversicherung) geleitet und mit einem ROBOTRON 300 (erster Großrechner) die gesamten Renten- und Krankenversicherungsleistungen in der DDR abgewickelt.

Herr Matuschka bei seinem einmaligen Vortrag

Doch nun zum Vortrag selber: Mit einem „Blumengruß" begrüßte er die Teilnehmer und unter den vorgetragenen Strophen des Leisniger Heimatliedes zeigte er Bilder der Stadt Leisnig zu allen Jahreszeiten und von den verschiedensten Blickpunkten. Brilliante Aufnahmen! Danach wurden Aufnahmen gezeigt von der Grundschule, die im richtigen Licht und Blickwinkel wie eine „Universität" aussieht, und der Apian-Schule, heute eine Mittelschule, früher eine Tuchweberei, aber auch ein Garnisongebäude, jetzt gut saniert unter Wahrung des Denkmalschutzes.
In seinem Vortrag verwies Herr Mattuschka aber auch auf andere kunsthistorisch wertvolle Denkmäler, nämlich die Postmeilen- bzw. die Distanzsäule von 1727, die einzige in Sachsen mit einem Doppelwappen (sächsisches und polnisches) versehene, existierende Säule. Er zeigte uns das Denkmal der „Wassermarie" mit den schnäbelnden Tauben auf der Spitze des Steins und das Denkmal des bedeutenden Leisniger Kantors und Komponisten Carl Ferdinand Adam (z.B. „Abend wird es wieder über Wald und Feld.....). Das Wappen des Peter Apian, der Berater des Kaisers Karl V, kann noch heute am Haus Markt 13 bewundert werden. Und am Turm des Leisniger Rathaus das dänische Wappen, der „Danebrog". Die kunsthistorischen Höhepunkte habe ich mir für den Schluss dieses Berichts aufbewahrt: Der gotische Flügel-Altar in der Gottesackerkirche mit den Darstellungen einer Anna-Selbdritt und zu ihren Seiten die hln. Rochus und Sebastian, ferner der Renaissance-Altar in der Leisniger Matthäikirche. So etwas muss jeder einmal in seinem Leben gesehen haben und dieser Vortrag war die beste Werbung für einen weiteren Besuch in Leisnig, um diese einzelnen Sehenswürdigkeiten näher und in Ruhe betrachten zu können. 
Die Stadt Leisnig kann keinen besseren Botschafter haben als Herrn Gerhard Mattuschka, herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle.

 

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Text: Hans Dieter Schneider-Frankfurt/Main , Organisation: Detlef R. Papsdorf-Hungen, Gestaltung der Webseite: Frank Fuchs-Vogtland